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Ohne Kunst & Kultur wird’s still

Genau 30 Jahre ist es her, dass der Verein zur Förderung des kulturellen Lebens in Furtwangen gegründet wurde. Der Startschuss für eine aufblühende Kunst- und Kulturszene in Furtwangen. Das alles hat die Hochschulstadt vor allem einer Person zu verdanken: Jacques Barthillat.

Zur Person

Jacques Barthillat ist Initiator und Mitbegründer der Kulturfabrik in Furtwangen. Er prägt die Kunst- und Kulturszene in Furtwangen wie kaum ein anderer – ein waschechter Schwarzwald-Macher.

Als Sohn eines französischen Zivil­angestellten kam Jacques Barthillat über Radolfzell am Bodensee nach Villingen-Schwenningen. Dort gründete der leidenschaftliche Tischtennisspieler mit nur 25 Jahren die Tischtennisgemeinschaft Marbach – die auch heute noch besteht – und wurde erster Vorsitzender des Vereins. Was er damals noch nicht erahnen konnte: dies war seine erste ehrenamtliche Tätig­keit in einem Vereinsvorsitz; viele weitere sollten noch folgen. Beruflich verschlug es Jacques Barthillat 1972 nach Furtwangen – er blieb nicht lange ein Unbekannter in der Stadt. Die Antik-Uhrenbörse Furtwangen, die mittlerweile Europas größte Börse für antike Uhren mit 140 Ausstellern ist, stammt mit aus Barthillats Feder. Den über die Region hinaus bekannten Trödlermarkt belebte Barthillat wieder und gründete den Verein zur Förderung des kulturellen Lebens, um beide Projekte abzuwickeln. Und das al­les machte er neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit bei der Furtwanger Sparkasse. Die erfolgreiche Antik-Uhrenbörse ist seit 2018 in der Hand des hiesigen Stadtmar­ketings. Der Trödlermarkt wird bereits seit vielen Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Trödlermarkt organisiert. „Ich möchte mich nur noch auf eines konzentrieren und versuche alles, um dies weiter zu ver­bessern“, erzählt der mittlerweile 73-jährige Rentner. Die Rede ist von der sogenannten Kulturfabrik.

„1998 haben wir in einer Zeitungsannonce nach einem passenden Namen für den bereits bestehenden Verein zur Förderung des kul­turellen Lebens gesucht. Eine einheimische Apothekerin meldete sich und schlug den Namen „Uhr & Kultur“ vor. Das passte per­fekt, da wir sowohl die Antik-Uhrenbörse veranstalteten als auch viele kulturschaffen­de Projekte ins Leben gerufen haben“, so Barthillat. Vor allem das zweite Attribut des neuen Vereinsnamens schrieb sich Jacques Barthillat auf die Brust. Gemeinsam mit seinen damaligen langjährigen Mitstreitern Dieter Schneider, Herbert Dold und Til­mann Barth organisierte er diverse Klein­kunstshows. Zuerst in der Zunftstube „Alte Färbe“ in Furtwangen, später in einer ehe­maligen Fabrik am Straßberg. Anschließend zog das Programm in die heutigen Räum­lichkeiten in der Bismarckstraße 9 in Furt­wangen. „In einem halbjährigen Gewaltakt haben wir eine ehemalige Rumpelkammer in die jetzige Kulturfabrik umgekrempelt“. Im Mai 2010 fand dann die erste Auffüh­rung in den neuen Räumen statt. Seither ist beinahe jede Show restlos ausverkauft. Gestemmt wird das Kleinkunsttheater im Übrigen auch heute noch ehrenamtlich und unentgeltlich von der Vorstandschaft und ihrem festen Helferstamm.

Jacques Barthillat prägt bis heute die Kunst-und Kulturszene der Stadt Furtwangen wie kaum ein anderer. Sein Leben zeichnet sich vor allem durch seine vielen ehrenamt-lichen Tätigkeiten aus, die „ohne die Unter­stützung meiner Ehefrau und der Familie nicht möglich wären“, so Barthillat. Doch Corona ging auch an dem Kunstliebenden nicht ohne Spuren vorbei. Seit März 2020 konnte keine Veranstaltung mehr in den Hallen der Kulturfabrik stattfinden. Im September 2020 fand gar die letzte orga­nisierte Aufführung in der Stadthalle Furt­wangen statt. Mittlerweile wurden eine Be- und Entlüftungsanlage sowie eine Luft­filteranlage in die Kulturfabrik eingebaut. Auf die Frage, welche Vision er für die Zu­kunft habe, antwortete er nur: „Wir möch­ten einfach wieder öffnen können“.

Kulturfabrik Furtwangen

Seit ihrer Gründung im Jahre 1991 hat sich die Kulturfabrik in der Stadt Furtwangen, der Region und weit über die Grenzen hinaus etabliert. Das Programmangebot umfasst Quali­tät und Vielfalt aus der Kabarett-, Comedy- und Musikszene. Altbewährtes, aber auch Neues und vor allem Außergewöhnliches wird den Gästen des Kleinkunsttheaters geboten, bei dem beste Unterhaltung im Vordergrund steht. Namhafte und preisgekrönte Künstler wie Alfons, Stephan Bauer, Pete York oder die amerikanische Jazzpianistin Stephanie Trick sind nur vier von vielen, die bereits auf der Bühne in der Kulturfabrik standen. Durch die perfekte Bühnentechnik und das gemütliche Ambiente wird jede Veranstaltung für die Besucher zu einem Erlebnis der besonderen Art. Besonders nach dem Programm mischt sich der ein oder andere Künstler unter das Publikum und ist immer für einen Plausch fernab der Bühne bereit. Getreu ihrem Motto: „Kleinkunst mit Herz und Humor“.

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